Sie sind eins, sie gehören zusammen


Esoterikszene, Impfgegner und Neonazis demonstrieren gemeinsam gegen Infektionsschutzmaßnahmen

Von Klara-Kathatrina Bost

Haben die Saarbrücker Kundgebungen organsiert und deren öffentliches Bild maßgeblich mitgeprägt: Marion Ritz Valentin und Valentin Serban, hier am 16. Mai vorm Staatstheater. Foto: Kai Schwerdt (CC BY-NC 2.0)

Bundesweit haben Kundgebungen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 großen Zulauf erfahren. Zahlenmäßig stark: Stuttgart und München. Aber auch Saarbrücken und St. Wendel können, für saarländische Verhältnisse, mit beachtlicher Resonanz aufwarten. Da demonstrieren aufgebrachte Eltern neben meditierenden Neohippies neben bundesweit bekannten Neonazis, die mit dem Text des Grundgesetzes wedeln. Die Initiatorin des größten Saarbrücker Protests, Marion Ritz Valentin, zu verorten in der Esoterikszene, liefert auch gleich den passenden Soundtrack zur Veranstaltung: „Wir sind eins, wir gehören zusammen.“ Damit liegt sie – vermutlich unbeabsichtigt – ganz richtig: Derlei kollektivistische Sehnsüchte sind, wie vieles andere, was sich auf den Veranstaltungen abspielt, typisch für reaktionäre Massenbewegungen.


Wider die Regeln des Abstands und der Vernunft

Vorgeblich geht es um die Einschränkungen der Grundrechte. Soweit legitim und vernünftig. Was dabei allerdings herauskommt, ist von Vernunft weit entfernt. Die aktuelle Spielart bundesdeutscher Protestbewegungen kombiniert die reichweitenstärksten Verschwörungsideologien und legt eine der obskursten Seite der Zivilgesellschaft frei: Vages Unbehagen gegenüber dem Mobilfunkstandard 5G, Impfen, Big Pharma, US-Milliardären. Soziale Netzwerke funktionieren dabei als Verstärker kollektiver Instinktsicherheit. Angereichert werden die Bauchgefühle mit rechten Narrativen von finsteren Plänen weltumspannender Eliten sowie Verschwörungserzählungen wie QAnon. Die Bewegung scheint im Zuge der Corona-Pandemie auch hierzulande den Schritt aus dem Netz auf die Straße vollzogen zu haben. QAnon-Anhänger glauben, Politiker hielten Minderjährige in unterirdischen Verliesen gefangen, um ein Verjüngungsserum aus ihrem Blut zu extrahieren. Andere glauben an Zwangsimpfungen und Mikrochips, mittels derer Bill Gates die Weltbevölkerung kontrollieren will. Damit dürfte der George Soros als beliebteste antisemitische Projektionsfläche vorläufig den Rang abgelaufen haben. Daneben gibt es revisionistische, den Holocaust relativierende Grenzüberschreitungen: Einige Teilnehmende in München pinnten sich Judensterne mit der Aufschrift „ungeimpft“ an, Bill Gates und der Virologe Christian Drosten wurden mit dem KZ-Arzt Mengele gleichgesetzt.

Die verschiedenen Milieus und Intentionen widersprechen sich mitunter. Changieren zwischen „Es gibt kein Virus“ und „Die Pandemie wurde bewusst und planvoll herbeigeführt“. Die einzelnen Teilnehmer indes ficht das Nebeneinander von Leugnung der Bedrohung durch Sars-CoV-2 bei gleichzeitigem Eingeständnis nicht an: ungeachtet inhaltlicher Widersprüche demonstrieren sie einträchtig gegen Kundgebungsverbote und für die Freiheit, andere ungestört anstecken zu dürfen.

Im Saarland fanden verschiedene Kundgebungen statt

Im Saarland wurden die Protestbedürfnisse aus erst drei, später vier Ecken bedient. Einmal war da Parteien-Chamäleon Mirko Welsch, ehemals Grüne und AfD. Er führte unter dem Motto „Freiheit trotz Corona“ mehrere sogenannte „Spaziergänge“durch, kam aber nie auf mehr als 13 Teilnehmende. Sein Versuch, auf den „Widerstand 2020“-Zug aufzuspringen, kann damit zum jetzigen Stand getrost als gescheitert bezeichnet werden. Besser sieht es für die obskure Szene in St. Wendel aus: Auf dem dortigen Schlossplatz versammeln sich auf Einladung von Veranstalter Dirk Zinnecker über mehrere Wochen konstant zwischen 130 und 180 Personen. Zugkräftiger waren nur die Kundgebungen des „Künstlerkollektivs“ um Marion Ritz Valentin, Eva Lajko und Miguel Bejarano Bolívar, die gemeinsam ein Studio für Musik, Tanz und Yoga, Mutanth, in der Saarbrücker Försterstraße betreiben: Bis zu 450 Personen besuchten die Kundgebungen vorm Saarbrücker Staatstheater. Nachdem man sich dort offenbar zu offensiv gegen Verschwörungsmythen positioniert hatte, spalteten sich die rechts orientierten Gelbwesten um den von der Linkspartei geschassten QAnnon-Fan Addy Loch ab und veranstalteten am 6. Juni eine weitere, eigenständige Kundgebung: 30 Teilnehmer kamen. Die Szene ist trotz der Zersplitterung gut vernetzt: Addy Loch mobilisierte auch nach St. Wendel. Klaus Schlagmann, ein Psychotherapeut aus Saarbrücken, Fanboy von Ken Jebsen und Autor von Beiträgen der verschwörungstheorie-lastigen Webseite Rubikon, trat sowohl dort als auch beim „Künstlerkollektiv“als Redner auf. Dort sah man regelmäßig Schilder wie „Stop Virusdiktatur“, „Keine Pharma-Diktatur“ und „Für Freiheit und Grundrecht – Gib Gates keine Chance“. Die Verballhornung des „Gib Aids keine Chance“-Slogans der 1980er Jahre spielt auf den oben angedeuteten Verschwörungsglauben an, die Stiftung von Bill und Melinda Gates kontrolliere die WHO und profitiere vom Virus. Die irrationale Idee einer Verschwörung der Impfindustrie hat eine lange Tradition und, Corona sei Dank, momentan wieder Hochkonjunktur. Dass es noch nicht einmal einen Impfstoff gibt, ist dabei nebensächlich. Auch problematisch: Man legt vor Ort wenig Wert auf physische Distanz und Infektionsschutz. Obwohl die Ordner darauf hinweisen, sieht man immer wieder Menschen eng in Gruppen zusammen, die wenigsten tragen einen Mund-Nasen-Schutz. Auch die Polizei nicht, die zwar abseits steht, aber in direkter Interaktion mit den Teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern gelegentlich deutlich näher kommt, als es vom Infektionsschutz her angemessen wäre.

Eva Lajko bespaßte am 9. Mai vor dem Saarbrücker Staatstheater unter anderem Verschwörungsgläubige in QAnon-Shirts. Foto: Kai Schwerdt (CC BY-NC 2.0)

Verschwörungsmythen? Sie „stellen bloß Fragen“

Von der Presse fühlt sich das „Künstlerkollektiv“ unfair behandelt. Nach kritischen Berichten hinsichtlich Verschwörungsmythen sah man sich offenbar genötigt, auf gleich mehreren Kanälen Stellung zu beziehen. Valentin Serban, Mitglied des Organisationskomitees, sagte in einem Redebeitrag am 30. Mai: „Wir distanzieren uns ausdrücklich von Verschwörungstheorien.“ Auch Gallionsfigur Marion Ritz Valentin tut auf Facebook kund, auf Abstand zu Verschwörungstheorien zu gehen, räumt aber im gleichen Post unverhohlen ein, dass sie dies eher aus Imagegründen und einem ökonomischen Interesse heraus tue: „Wer in Verruf gerät ein Verschwörungstheoretiker zu sein, dessen Ruf ist gefährdet, ebenso wie seine Karriere.“

Dass Selbstetikettierungen ohnehin nicht zwingend ernst zu nehmen sind, beweist ein Schild, dass ein Demoteilnehmer in St.Wendel dabeihatte: „Impfen und implantieren, gefügig machen um die Welt zu regieren? Rothschild, Gates, Zuckerberg, diese Gang ist hier wohl am Werk?“ Und direkt darunter: „Wir sind keine Verschwörungstheoretiker“. Keine Pointe.

Eine beliebte Rhetorik in diesen Kreisen: man stelle ja bloß Fragen. Auf der formal-grammatischen Ebene mag das stimmen. Am – im Fall des oben genannten Satzes antisemitischen – Aussagegehalt ändert sich durch bloßes Hinzufügen eines Fragezeichens jedoch nichts. Den Kniff mit den Suggestivfragen hat auch Marion Ritz Valentin inzwischen aufgegriffen. Ihr neues Motto: „Wir verlangen Antworten.“ Hierzu stellt sie insgesamt sieben Fragen. Und von diesen beschäftigen sich die ersten vier ausgerechnet mit: Bill Gates. Valentin Serban indes, der in seiner Rede versichert hat, mit Verschwörungstheorien nichts am Hut zu haben, kommentiert eben diese Fragen Ritz Valentins bei Facebook mit „Danke Marion! Stimme 100% zu!!“.

Marion Ritz Valentin: keine Parkplatzprobleme

Esoterik ist, neben einer Weltanschauung, vor allem ein Konsumartikel: Der Markt an Büchern, Seminaren, Therapien etc. boomt. Für viele ist Esoterik eine Einkommensquelle. So auch für Ritz-Valentin: DieVolkswirtin bietet als Selbständige Seminare und Coachings an. Das Spektrum reicht von Selbstverteidigung und Yoga über Frauenschwitzhütten bis zu Beziehungs- und spiritueller Geldberatung.

Im Saarbrücker Kleinstverlag Neue Erde hat sie seit 2003 auch Bücher veröffentlicht. Die Titel beinhalten Reinkarnations-und Sexfantasien der Autorin, Lebenshilfen und Schilderungen steinzeitlicher Gesellschaften. Oder dessen, was sich die Autorin, die ihr diesbezügliches „Wissen“ aus Visionen bezieht, sich so darunter vorstellt. Das verkitscht-steinzeitliche Gesellschaftsbild glänzt dabei weniger durch historische Genauigkeit als durch autochthone Stammesvorstellungen: So behauptet Ritz Valentin die Exis-tenz einer deutschen „Volksseele“, die sich von derjenigen der Franzosen oder Italiener exorbitant unterscheide.

Der Feminismus Ritz Valentins ist geprägt von Spiritualität und Naturmystik. In Die Wiedergeburt des goldenen Zeitalters offenbart sie einen latenten Frauen-und Mutterkult, es ist viel die Rede von Naturnähe und Erdverbundenheit. Eine reaktionäre Konstruktion von Weiblichkeit, aber in der Tiefenökologie weit verbreitet. In Macht und Magie des Geldes wird von einem Schwundgeldsystem nach dem Vorbild der Freiwirtschaftslehre des Silvio Gesells geschwärmt. Daneben gibt es skurrile Ratschläge wie „Die Parkplatz-Methode“: Man solle einfach immer einen Parkplatz finden, dort, wo man es sich wünsche. Mit dem richtigen Bewusstseinszustand gelänge es, günstige Parkplätze anzuziehen. Sei man abgelenkt, krank oder schlecht gelaunt, lande man auf Parkplätzen weit entfernt vom eigentlichen Zielort.

Derlei Weisheiten werden von „Neue Erde“ publiziert, einem seit 1984 bestehenden Verlag mit fünf Mitarbeitern und tiefenökologischer Ausrichtung mit Sitz im Nauwieser Viertel. Verleger Andreas Lenz teilt den Glauben an die Mär einer ökologisch schädlichen Überbevölkerung der Erde – zumindest in diesem Punkt ist man sich mit Bill Gates dann doch überraschend einig.

Das Aushalten von Widersprüchen ist nicht Gegenstand der Esoterik. Ganz im Gegenteil: Es handelt sich um hilflose, kurzschlüssige Überreaktionen angesichts der großen Unsicherheiten und Verunsicherungen, denen wir heute ausgesetzt sind. Esoterik stiftet religiösen Sinn, ohne auf eine bestimmte Religion zu verpflichten. Und ist, wie die Hygiene-Demos, ein Füllhorn, das mit allem Möglichen gefüllt werden kann, sie stellt einen Container dar für alles, was im Leben fehlt. Und sei es nur ein Parkplatz.

Brandgefährliche Proteste

Das Narrativ vom „Schlafschaf“ ist, als verschwörungsideologische Metaphorik, auf den Hygienedemos weit verbreitet. Bei der Saarbrücker Kunstaktion simulieren die Teilnehmenden eine Schafherde. Über vielen Facebook-Profilbildern derjenigen, die die Veranstaltungen online mit Vehemenz verteidigen, prangt ein grünes Logomit dem Hashtag #stayawake: Sinnbild für die vermeintliche Erweckung und bewusste Unerreichbarkeit für rationale Argumente. Wir sprechen von Kreisen, die an Impfzwang, dunkle Kräfte und Ken Jebsen als Inbegriff eines ernsthaften Journalisten gleichermaßen glauben. Das ist symptomatisch für das wirklichkeitsenthobene Milieu, das zeitweise massiv Zulauf erhielt: Die Krisensituation wirkt als auslösendes Moment vormals politisch apathischer Sozialschichten. Paradox: Diese Politisierung geht mit gleichzeitiger Entpolitisierung auf inhaltlicher Ebene einher.

Auffallend ist eine Vermischung esoterischer, irrationaler und antisemitischer Inhalte. Das heißt nicht, dass alle, die da demonstrieren, Nazis sind. Durch entsprechende Themensetzung sind diese Demos für diese aber eine attraktive Anlaufstelle, ein Unterschlupf unter den Deckmantel bürgerlichen Protests. Die Summe der Teilnehmenden schwelgt in kollektivistischer Sehnsucht. Man imaginiert sich als Gegenposition zum Regierungshandeln, ein Selbstbild, das auf Aufdeckung und Rebellion beruht, ein identitätsstiftendes Moment. Der Nebenmann, der diesen Thesen zustimmt, scheint näher als der legitime Kritiker. Selbst, wenn dieser QAnon-Shirts oder Querdenkerbommel trägt. Oder zur örtlichen Neonaziszene gehört.

Deren Vertreter erschienen zahlreich: Da waren neben Naziwirtin Jaqueline Süßdorf auch Sigrid Kieczewsky, die kurz darauf die extrem rechte Demo in Worms zum sogenannten Tag der deutschen Zukunft besuchte. Auch Alexander Flätgen war in Saabrücken vor Ort. Der Sprecher der extrem rechten Gruppierung „Sulzbach wehrt sich“ hat in der Vergangenheit Konzerte der Neonaziband Kategorie C veranstaltet und ist wegen tätlichen Angriffs auf einen 17jährigen in einer Regionalbahn verurteilt.

Ritz-Valentin zeigt sich, reichlich naiv, von der Teilnahme der Nazis „überrascht“ und forderte daraufhin „rechtsextreme und linksextreme Elemente“ auf, ihren Demos fernzubleiben. Sie sitzt dabei nicht nur der weit verbreiteten Extremismustheorie auf, sondern übersieht, dass aus linken Kreisen keine einzige Gruppe zur Teilnahme an ihrer Veranstaltung aufruft.

Entspannt in die Barbarei

Die Rechten kamen weiterhin. Dass sie sich dort wohlfühlen, ist indes kein Wunder. Die esoterische Fassade mutet harmlos an, ist aber keineswegs unpolitisch. Esoterik wird oft links oder irgendwie alternativ gelabelt, wird aber von hochgradig reaktionären, mit rechter Ideologie kompatiblen Inhalten dominiert. Wie dem Verschwörungsglauben liegt ihr jeweils eine Erweckungserzählung zugrunde: Man ist im Besitz einer Wahrheit, die andere nicht sehen.

Eine dichotome Scheidung der Welt in Gut und Böse kennzeichnet erfahrungsresistente Weltwahrnehmung seit jeher. Und ist Grundlage nicht nur extrem rechten Denkens, sondern von jeglichem Fundamentalismus. Als Reaktion auf Kontrollverlust angesichts komplexer Zusammenhänge greifen Menschen mit einem bestimmten Mindset gern auf monokausale Erklärungsmuster zurück: Die aktuellen Ereignisse werden, personalisierend, bestimmten Akteuren oder Gruppen zur Last gelegt. Antisemitische Codes und Chiffren wie die von dämonischen Absichten Gates‘ oder einer angeblichen Weltverschwörung – diese Botschaften sind kein Versehen, sie beruhen auf tradierten antisemitischen Vorstellungen. Auch die QAnon-Erzählung greift mit Kindesentführung ein prototypisch antisemitisches Motiv auf. Antisemitismus ist in der extremen Rechten verbreitet, aber auch viele New-Age-Theorien beinhalten Anklänge von antisemitischer Weltverschwörungstheorie, wenn sie sich auf das internationale Finanzkapital beziehen.

Neben einem „spirituellen Ökofeminismus“, der die Heraushebung eines natürlichen, intuitiven, weiblichen Prinzips und damit erzkonservative Vorstellungen von Weiblichkeit beinhaltet, ist ein spezifischer Antimodernismus esoterischer wie rechter Ideologie gleichermaßen inhärent. Der besteht eher gegenüber technischen als kulturellen Phänomenen und äußert sich durch Antiintellektualismus und bestimmte Eliteideologien. Die Apologetik einer „Zurück zur Natur“-Ideologie findet sich sowohl im historischen Nationalsozialismus als auch in der Esoterikszene und resultiert hier wie dort in einem Kulturpessimismus, der in seiner Behauptung einer angeblichen Natürlichkeit schnell biologistische Züge bis hin zu blankem Sozialdarwinismus annimmt. Auch auf den Corona-Demos unterscheidet man durch die so omnipräsente wie scheinheilige Frage „Sterben die Toten durch oder mit Corona?“ unwertes von wertem Leben, oder, um es frei nach Boris Palmer zu sagen: Alte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen retten lohnt sich nicht.

Esoterik wird zum trojanischen Pferd für Rechtsextremismus, Verschwörungsglauben und Antisemitismus. Den friedlich-freiheitlichen Ruf genießt sie zu Unrecht, spricht aber gerade dadurch ein Publikum außerhalb der üblichen rechten Kreise an.

Fazit

Notwendige Debatten über die Erosion von Grundrechten werden kontaminiert, sobald Verschwörungsideologen und Neurechte mit Verweis auf das Grundgesetz die Diskussion dominieren. Dass es dennoch möglich ist, rationale Kritik zu üben, beweist aktuell das Aktionsbündnis gegen die Verschärfung des Polizeigesetzes im Saarland. Anlass dafür gibt es genug: das Aussetzen von Arbeits-und Asylrecht oder die Zustände im Gesundheitssystem.

Über Verschwörungstheorien inhaltlich zu diskutieren, ist zwecklos. Das Widerlegen konspirologischen Denkens kostet Nerven, wiederholt und verfestigt die Narrative schlimmstenfalls noch. Deutlicher Widerspruch hingegen ist dringend geboten. Spätestens, wo der Holocaust relativiert wird, antisemitische Vorstellungen und revisionistische Geschichtsbilder offen zutage treten. Die Nöte, Sorgen oder Bedürfnisse solcher Leute ernst zu nehmen, ist schon bei Pegida krachend gescheitert.

Zwar lässt aktuell der Zulauf mit Sinken der Infektionszahlen und den damit einhergehenden Lockerungen der Pandemie-Bekämpfungsmaßnahmen nach. Aber der sich gegen den Strom schwimmend wähnende Schwarm, der sich vor dem Staatstheater und zahlreichen anderen Plätzen der Bundesrepublik versammelte, wird bei nächster Gelegenheit einen neuen Vorwand für seine mäandernde Pseudo-Opposition finden. Die nächste Krise kommt bestimmt.